Gedanken zu verschiedenen Themen:

Bisher war das Kastrieren von Rüde und Hündin ohne medizinische Notwendigkeit üblich. Gründe dafür wurden viele gefunden, nicht selten allerdings waren sie weder medizinisch noch verhaltensbiologisch sinnvoll. Kastrieren ist keine Lösung für nerviges Bellen, pubertäres Aufbegehren oder andere Verhaltensauffälligkeiten! Oft liegen die Ursachen in einer Unter- oder Überforderung des Hundes durch seine Lebensumstände. Anstatt an Kastration zu denken müssen hier zuerst  Haltung und Erziehung optimiert werden!

Die Sexualhormone Östrogen und Testosteron beeinflussen sexuell basiertes Verhalten, deshalb verändert Kastrieren immer das eigentliche  Wesen des Hundes nachhaltig und unumkehrbar! Sowohl bei Hündin, als auch bei Rüden sind immer auch Hormone des anderen Geschlechts vorhanden. Diese bekommen oft beim Kastrieren die Oberhand, das bedeutet der Rüde wird weiblicher, die Hündin rüdiger. Der Grundumsatz sinkt, die Tiere neigen zur Fettleibigkeit. Andere Organe, die sehr von Hormonen beeinflusst werden, wie zB die Schilddrüse, verlieren zT ihre Funktionsfähigkeit, der Hund verändert seinen geschlechtstypischen Habitus. Oftmals entstehen durch Kastration Nebenwirkungen wie zB Inkontinenz, Verfetten, Fellveränderungen, aber auch unsicheres Verhalten beim Rüden oder harsches, dominantes Verhalten bei der Hündin.

Deshalb ist es wichtig, genau zu prüfen wo die wirkliche Ursache f auffälliges Verhalten liegt!

Kastrieren ist kein Allheilmittel und übrigens ohne medizinische Indikation -nur auf Verlangen des Besitzers- seitens des Tierschutzgesetzes verboten!

 

NIEMALS SOLLTE EINE KASTRATION BEIM JUGENDLICHEN TIER DURCHGEFÜHRT WERDEN!

Hormone sind wichtig für die gesunde psychische und physische Entwicklung des Hundes, Schäden und Fehlentwicklung durch frühes Kastrieren sind nicht absehbar!

 

Weitere Informationen gibt es auf der Seite der Kleintierarztpraxis Ralph Rückert, Ulm unter:

www.tierarzt-rueckert.de          im Block zu den Themen:

 

Die Kastration beim Hund - ein Paradigmenwechsel, 16.10.2014

Die Tierschutz - (zwangs-) kastration beim Hund: Nicht mehr zeitgemäss! , 31.5.2017

Kastration auf Probe, 10.12.2016

 

Bitte informieren Sie sich umfassend zu diesem Thema, bevor Sie eine Entscheidung treffen - Sie greifen massiv und unumkehrbar in das Wesen Ihres Hundes ein!

In jeder erdenklichen Facebook-Gruppe werden seit Monaten Welpen gesucht, und es hört nicht auf...

Jetzt und sofort muss es sein - man hat ja Zeit. Und dann liest man immer häufiger Beiträge wie:

9 Wochen - schläft nicht durch

10 Wochen - macht immer noch Pipi in die Wohnung

12 Wochen - beißt uns - wir sind am Ende... usw, usw...

Leute - was stimmt nicht mit Euch? Welpen sind süß - keine Frage, aber: Welpen machen Arbeit. Welpen sind anstrengend. Welpen müssen alle 2-3 Std raus. Welpen müssen ankommen im neuen zu Hause. Welpen müssen alles erst noch lernen. Welpen kommen nicht fertig bei Euch an.

Und dann, nachdem man die Welpenphase geschafft hat, dann kommt die erste Pubertät. Das wird nochmals um einiges anstrengender - weil nämlich das kleine Hirn mit bunter Knete belegt und wegen Umbau geschlossen ist 🤷

Nicht zu vergessen, der Hund ist auch dann noch da, wenn ihr alle wieder in den Urlaub fahren wollt und wenn euer Homeoffice vorbei ist. Er möchte mit Euch alt werden, Teil Eurer Familie sein und mit Euch leben. Er darf und will nicht 10 Std. am Tag allein verbringen, nicht ständig in die Box gesperrt werden oder auf seiner Decke liegen müssen. Und genau das ist so vielen augenscheinlich nicht klar. Hunde sind Lebewesen. Sie haben Bedürfnisse, die erfüllt werden möchten, das kostet Zeit, Geld und Nerven. Es lohnt sich, definitiv, aber man muss sich dessen auch bewusst sein 😉

Gesehen und kopiert, Verfasser unbekannt

Der Preis f die Auslese nach KindchenSchema sind: verkürzte und enge Atemwege, kein Platz f die Zähne, eine abnorm weite Augenhöhle und Einschränkungen des Bewegungsapparates. Für den Hund bedeutet das permanente Atemnot, Erkrankungen des Bewegungsapparates, ein Gebiss das seine Funktion nicht mehr erfüllen kann und die Tendenz zu massiven Augenerkrankungen! Ein normales und schmerzfreies Leben ohne schwere und teure Operationen und lebenslangem medizinischem Beistand ist diesen Hunden nur sehr selten möglich! Die Zucht so stark gesundheitlich eingeschränkter Hunde stellt einen Verstoss gegen den Qualzuchtprargrafen des Tierschutzgesetzes dar!
Fundierter, sehr lesenswerter Artikel zum Thema Bewegung in der Aufzucht von Hunden! Inkl. Quellenangaben
Eine Empfehlung f alle Welpenbesitzer!